Grosse Arbeit

Gefühlskino, Schneiderwerkstatt und eine Homepage

Montessori-Schüler beeindrucken mit Kreativität und Vielfalt / Festliche Präsentation der Jahresarbeiten

„Ich wollte etwas machen, das nicht nur mir etwas bringt, sondern das bleibt, auch wenn ich die Schule verlasse“, sagte Annika Gehring. Eine Homepage für die Montessori-Schule Mitwitz hat die Schülerin im Rahmen ihrer Jahresarbeit entwickelt. Mit vielfältigen Ideen, kreativer Umsetzung und pfiffigen Auftritten beeindruckten sieben Neuntklässer der Montessori-Schule bei der Präsentation ihrer großen Jahresarbeiten im Mitwitzer Wasserschloss.

Ein dreiviertel Jahr lang haben die Schüler sich Gedanken über ihre Abschlussarbeit, die in Montessori-Schulen Voraussetzung für die Quali-Prüfung ist, gemacht. Sie haben Ideen geschmiedet, mit Unterstützung von Schulleiter Matthias Schmitt, der Eltern und Mentoren an der Verwirklichung getüftelt und ihre Werke schließlich trotz mancher Durststrecke alle rechtzeitig abgeschlossen. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt, wie die Vielfalt der Themen zeigte. Dabei sind manche auch an ihre Grenzen gestoßen, wie Rena Woytinas freimütig bekannte: ,,Ich hatte bald nicht mehr so viel Lust und musste mich durchbeißen“. Eine besondere Herausforderung war auch die Präsentation der Arbeiten vor einem großen Publikum von Familien und Freunden der Schule im Festsaal des Wasserschlosses. Dafür, dass das Lampenfieber nicht zu groß wurde, sorgte der Sekundarstufenleiter mit seiner einfühlsamen Moderation.
Dass sich das Durchhalten gelohnt hat, erfuhr nicht nur Rena Woytinas: Für ihre Studie über die Entwicklung der japanischen Manga-Comics, die sie in freier Rede vorstellte, erhielt sie den ersten Preis des Fördervereins. ,,Ich find's toll zu sehen, wie ihr euren Geist fliegen lasst“, lobte Vorstandsmitglied Ulrich Detsch und überreichte den Schülern als Anerkennung für ihre Arbeiten Buchgutscheine. Diese Fähigkeit über den Tellerrand des Schulalltags hinauszublicken zeichne Montessori-Schüler aus, wie auch die Gründer der Internet-Suchmaschine Google, Larry Page und Sergey Brin, bewiesen hätten.

Sichtlich berührt verfolgte das Publikum die Präsentation von Nadja Gehring, die als Jahresarbeit eine Fantasy-Geschichte über einen kleinen Drachen geschrieben hat (,,Soul painting“), der von einem Einhorn in die Geheimnisse des Lebens eingeführt wird. Geschickt hat sie ihre Erzählung mit Ausschnitten aus bekannten Zeichentrickfilmen von ,,Das letzte Einhorn“ bis ,,König der Löwen“ verknüpft, um so zentrale Aussagen eindringlich zu vermitteln. Kreativität hat auch Laura Kaiser beim Schneidern eines Sommerkleids bewiesen. Unter professioneller Anleitung von Christine Körner Schlee meisterte sie sämtliche Schritte vom Entwurf über die Auswahl von Schnittmustern und Stoffen bis hin zur Anprobe.
Von der Atomkatastrophe in Fukushima beeindruckt, setzte sich Malte Herrmann mit der Atomkraft und ihren Gefahren sowie alternativen Energieformen auseinander. Ein Stück Berliner Mauer mit Graffiti hatte Janine Schlee nachgebaut, um ihre Studie über die Geschichte Berlins seit dem Zweiten Weltkrieg anschaulich zu illustrieren. ,,Der Computer ist die größte Erfindung des letzten Jahrhunderts“, hat Max Gehring bei seiner Arbeit über die Entwicklung der Datenverarbeitung herausgefunden. Dazu hat er sogar einen PC in seine Einzelteile zerlegt.

Nicht nur für die Schüler war der Abend eine gelungene Premiere, wie der anhaltende Beifall des Publikums zeigte, sondern auch für die Montessori-Schule, die ihren ersten Jahrgang für die Quali-Prüfungen fit gemacht hat.


Hier zeigen wir Auszüge aus einer Grosse Arbeit (Rena Woytinas) - Entwicklung der Mangas.

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